Soziales Lernen und Klassenrat – Möglichkeiten zur Mitbestimmung und dem Erleben von Selbstwirksamkeit

 

1. Soziales Lernen

 

In allen fünf Ganztagsklassen steht einmal wöchentlich Soziales Lernen auf dem Stundenplan. Die Bezugsbetreuenden führen in diesen Stunden mit der ganzen Klasse oder in Kleingruppen ein auf jeden Jahrgang zugeschnittenes Programm durch, welches aus verschiedenen Übungen und Spielen rund ums Thema „Soziales Miteinander“ besteht. Ziel ist die Vermittlung sozialer und emotionaler Fähigkeiten, um frühzeitig unangemessenem Veralten entgegenzuwirken und Empathie zu fördern. Die Kinder erlernen hier Strategien, um in alltäglichen Problemsituationen angemessen reagieren zu können.

 

Im sozialen Lernen in der ersten Klasse geht es um die Förderung des Sozialverhaltens für Schulanfängerinnen und Schulanfänger. Das Projekt, welches hierfür durchgeführt wird, umfasst vier aufeinander aufbauende Trainingsstufen und erstreckt sich über mehrere Monate. Die Kinder begeben sich gemeinsam mit der Schildkröte Luna auf eine spannende Schatzsuche und lösen dabei spielerisch schulische Alltagsprobleme. Das Einhalten von Regeln, Eigen- und Fremdwahrnehmung, Gefühle und Zusammenhalt sind hier wichtige Themen, die behandelt werden.

 

Die Themenbereiche Gefühle und Gemeinschaft bilden zwei Schwerpunkte im zweiten Grundschuljahr der Kinder. Dabei geht es im Wesentlichen um die Fähigkeit, eigene Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen sowie die Bereitschaft, sich in andere hineinzuversetzen. Situationsorientiert werden auch die Themen Gewaltfreie Kommunikation und Vielfalt behandelt. Bei der Gewaltfreien Kommunikation geht es um das respektvolle miteinander Sprechen, um Konflikten vorzubeugen. Beim Projekt „Vielfalt“ heißen wir die Vielfalt an sich willkommen. Ziel ist die Förderung von Toleranz und Wertschätzung und das Begreifen von Vielfalt als Bereicherung und Lernchance. 

 

Inhalt des Sozialen Lernens in der dritten Klasse sind die Themen Wut, Streit und Gewalt. Mit Hilfe des Wutvulkans soll ein Verständnis für Wutausbrüche aufgebaut werden. Dabei werden anhand des Bildes eines Vulkans die Gründe für die innere Anspannung, die Folgen und mögliche Vermeidungsstrategien erarbeitet. Darauf aufbauend wird das Thema Streit und Gewalt näher behandelt. Thematisch wird hier darauf eingegangen, dass sich jeder bei einem Streit seiner Eigenverantwortung bewusst und das Unrechtsbewusstsein geschult wird. Es geht auch darum, wie Ärger abgewehrt werden kann und wie ein Schlichtungsgespräch geführt wird.

 

In der vierten Klasse wird das Thema Streit und Gewalt weiter vertieft. Später im Schuljahr kommen die Projekte „Kinderrechte“ und „Trau Dich“ hinzu. Kinder müssen in ihren Bedürfnissen ernst genommen werden und eine eigene Stimme haben, daher sehen wir uns in der Pflicht, sie über ihre Rechte zu informieren und aufzuklären. Bei dem „Trau Dich“ Projekt geht es unter anderem darum, die Kinder auf ihren neuen Lebensabschnitt auf der weiterführenden Schule vorzubereiten, der in der Regel mit einer großen Veränderung für das Kind bzgl. Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit einhergeht.

 

 

2. Klassenrat

 

Der Klassenrat wird bei uns im Ganztag auch von der jeweiligen Bezugsbetreuenden belgeitet. Es handelt sich dabei um eine wöchentliche Gesprächsrunde, in der sich die Kinder gemeinsam mit der Klassenlehrkraft mit ganz konkreten Anliegen der Klassengemeinschaft (z. B. Ausflüge oder Projekte, Organisationsfragen wie Dienste und Regeln, Probleme und Konflikte) beschäftigen und dafür gemeinsam Lösungen suchen.

 

Er bietet so die Möglichkeit zur Mitbestimmung für Fragen und aktuelle Themen innerhalb der Klassengemeinschaft und zum Erlernen demokratischen Handelns. Zudem erfahren die Kinder, wie sie aktiv Einfluss auf den Schultag und auf das Schulleben nehmen können.